Monika BĂĽtler
Mit der iconomix-Internetplattform will die Schweizerische Nationalbank SNB einen Beitrag zur Verbesserung der ökonomischen Grundbildung in der Bevölkerung leisten. Der zugehörige Blog liefert regelmässig Ideen für einen aktualitätsbezogenen Unterricht. Er enthält aus ökonomischem Blickwinkel aufbereitete kurze Hinweise und Denkanstösse zum aktuellen Geschehen aus Wirtschaft und Gesellschaft. Lehrpersonen erhalten dort interessante Informationsquellen und Materialien.
Monika BĂĽtler
Peter Keller kommentiert in der heutigen Weltwoche den Flirt des IWF Chefökonomen Olivier Blanchard mit höheren Inflationsraten. Leider ist auch eine moderate Inflation nicht so harmlos wie sie scheint. Die Kosten tragen in erster Linie die sozial schwächeren, die Kleinsparer und Rentner, die sich nicht vor den Folgen der Inflation schützen können. Aber auch die ganze Volkswirtschaft, wie die historischen Beispiele zeigen. Ein Flirt mit moderaten Inflationsraten zum Zweck der Schuldensanierung führt leicht zu einer Zwangsheirat mit hoher Inflation und Instabilität. Letztlich ist auch eine Scheidung von der Inflation teuer. Und die Scheidungskosten tragen ebenfalls die Kleinen. Der Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank Philipp Hildebrand und der Präsident der Deutschen Bundesbank Axel Weber haben dem Vorschlag auch aus geldpolitischer Perspektive eine klare Absage erteilt. Die Argumente für eine höhere Inflation beruhten auf falschen Annahmen.
Woher das Wort “flirt” kommt ist etymologisch nicht eindeutig geklärt.  Möglicherweise vom altfranzösischen fleureter, blumigen Unsinn schwatzen. Hoffentlich bleibt es diesmal beim Geschwätz. Lesetipp: Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Im Buch werden die dramatischen Folgen einer galoppierenden Inflation im Ă–sterreich der Zwischenkriegszeit beschrieben.
Monika BĂĽtler
Der Chefökonom des Internationalen Währungsfonds IWF, der MIT-Professor Olivier Blanchard, schlägt eine Erhöhung des Inflationsziels auf circa 4% vor.
Erstaunlich am Vorschlag ist vor allem, wie wenig Echo er bisher ausgelöst hat. Er betrifft ja nicht nur die Geldpolitik, sondern auch den Staatshaushalt sowie die Einkommens- und Vermögensverteilung. Das mögen abstrakte Grössen sein. Weniger abstrakt, aber offensichtlich unterschätzt ist, dass von höheren Inflationsraten auch Rentensysteme stark betroffen sind. So wird in der Schweiz momentan heftig ĂĽber die vorgeschlagene sechsprozentige Senkung des Umwandlungssatzes von 6.8% auf 6.4% gestritten. Eine Erhöhung der durchschnittlichen Inflationsrate von 1% auf 4% käme jedoch – ĂĽber die ganze Rentendauer gesehen – einer Senkung des Umwandlungssatzes um bis zu 25% gleich. Ohne dass jemand etwas dazu sagen könnte.
Den stabilitätsgewohnten Schweizern dĂĽrfte gar nicht mehr klar sein, wie sehr schon eine relativ geringe Inflation die Kaufkraft der Renten schmälern kann. Im Alter von 75 Jahren – einem Alter, in dem fast 90% der RentenbezĂĽger oder deren rentenberechtigte Partner noch leben – ist bei einer nicht ausgeglichenen Inflation von 2% die Kaufkraft der Rente 18% tiefer als bei der Pensionierung, bei einer Inflation von 4% sind es bereits 34%. Bei einem zu hohen Umwandlungssatz dĂĽrfte auch der Passus im BVG, dass die “Pensionskassen die Teuerung der Altersrenten im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten ausgleichen”, ein frommer Wunsch bleiben.
Monika BĂĽtler
Im Mai 2009 erhielt ich eine Anfrage der Weltwoche zum Thema Helden der Gegenwart (wie ich in Erinnerung habe sozusagen als Gegengewicht zur damaligen(?!) Krisenstimmung).
Aus der email der Weltwoche: “Wir lassen von prominenten Schreibern je ihren Helden/ihre Heldin porträtieren. Die Fragestellung lautet: Welchen Schweizer, welche Schweizerin bewundern Sie? Warum? Was zeichnet die gewählte Person aus? Es geht ausschliesslich um Leute aus unserem Land. Die Texte sollten ein argumentierendes, begrĂĽndendes Loblied sein, eine Hymne auf den bewunderten Menschen. Länge: 1500 Zeichen.”
Die Geschichte wurde nie publiziert. Weshalb weiss ich nicht. Auch die Namen der anderen Helden habe ich daher nie erfahren. Doch zum GlĂĽck ist mein damaliges Portrait von Jean Pierre Danthine immer noch hoch-aktuell. Wir drucken es hier ab zur Gratulation an Jean-Pierre Danthine zu seinem Amtsantritt bei der SNB.
Le voilĂ :
Read the rest of this entry »