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	<title>Batz &#187; Forschung</title>
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	<description>Das Forum für Schweizer Wirtschaftspolitik</description>
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		<title>Gier gegen Fairness</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Sep 2010 10:10:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Urs Birchler und René Hegglin
Es sieht aus, als spiele Gott gegen den Teufel. Stellen Sie sich vor: Sie dürfen mit einem unbekannten Gegenüber 100&#8242;150 Britische Pfund teilen. Einziger Haken: Beide müssen in geheimer Abstimmung wählen zwischen &#8220;Teilen&#8221; und &#8220;Stehlen&#8221;. Wenn beide teilen, wird 50:50 geteilt. Wählt einer &#8220;Stehlen&#8221;, der andere &#8220;Teilen&#8221;, geht die ganze Summe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Urs Birchler und René Hegglin</em></p>
<p>Es sieht aus, als spiele Gott gegen den Teufel. Stellen Sie sich vor: Sie dürfen mit einem unbekannten Gegenüber 100&#8242;150 Britische Pfund teilen. Einziger Haken: Beide müssen in geheimer Abstimmung wählen zwischen &#8220;Teilen&#8221; und &#8220;Stehlen&#8221;. Wenn beide teilen, wird 50:50 geteilt. Wählt einer &#8220;Stehlen&#8221;, der andere &#8220;Teilen&#8221;, geht die ganze Summe an den Stehlenden, der andere geht leer aus. Wollen beide Stehlen, gehen beide leer aus. Zur Veranschaulichung die Auszahlungmatrix.</p>
<p><a href="http://www.batz.ch/wp-content/uploads/payoff_golden_balls2.png"><img class="size-full wp-image-1621 alignright" title="payoff_golden_balls2" src="http://www.batz.ch/wp-content/uploads/payoff_golden_balls2.png" alt="" width="300" height="267" /></a>Dieses üble Spiel existiert. In der Schlussrunde des  britisches Fernsehquiz &#8220;Golden Balls&#8221; kämpfen die beiden Gegner mit Teilen oder Stehlen um den Jackpot. Wir empfehlen dringend eine <a href="http://www.youtube.com/watch?v=p3Uos2fzIJ0" target="_blank">Kostprobe</a>. Hintergrundinformationen finden sich in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Golden_Balls#External_links" target="_blank">Wikipedia</a>.</p>
<p>Raten, wer kooperiert und wer stiehlt? Die <a href="http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1592456" target="_blank">empirische Analyse</a> ergibt kaum Unterschiede im Verhalten zwischen Mann und Frau, Stadt und Land, Schwarz und Weiss, etc. Frauen sind jung etwas kooperativer, Männer eher mit dem Alter. &#8220;Gentleman-Effekte&#8221; (Männer kooperieren mit Frauen) sind kaum feststellbar (wir schämen uns). Am traurigsten: Je höher die Beträge, desto eher wird gestohlen.</p>
<p>Das Spiel existiert auch im richtigen Leben. Ökonomen kennen es als Gefangenen-Dilemma. Es zeigt, dass Gier nicht unbedingt eine menschliche Schwäche ist, sondern in der strategischen Ausgangslage angelegt sein kann, in einem Spiel, in dem der Teufel von Anbeginn die besseren Karten hat als der liebe Gott.</p>
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		<title>Eigenmittel sind nicht teuer!</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 13:12:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Banken]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Regulierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Urs Birchler
Mitten in die Diskussion, wieviel Eigenmittel die Schweizer Grossbanken Banken halten sollten, platzt eine Bombe: Die vier renommierten Ökonomen Anat Admati, Peter DeMarzo, Martin Hellwig und Paul Pfleiderer behaupten in einem Arbeitspapier der Stanford University schlicht: &#8220;Die Behauptung, Eigenmittel seien teurer als Fremdmittel, ist eine Legende.&#8221;  Eine hohe Fremdfinanzierung (leverage) ist nach Meinung der Autoren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Urs Birchler</em></p>
<p>Mitten in die Diskussion, wieviel Eigenmittel die Schweizer Grossbanken Banken halten sollten, platzt eine Bombe: Die vier renommierten Ökonomen Anat Admati, Peter DeMarzo, Martin Hellwig und Paul Pfleiderer behaupten in einem <a href="http://www.gsb.stanford.edu/cldr/cgrp/documents/BankEquityisNotExpensive.pdf" target="_blank">Arbeitspapier</a> der Stanford University schlicht: &#8220;Die Behauptung, Eigenmittel seien teurer als Fremdmittel, ist eine Legende.&#8221;  Eine hohe Fremdfinanzierung (<em>leverage</em>) ist nach Meinung der Autoren nicht erstrebenswert &#8212; nicht aus Sicht der Bank und schon gar nicht aus Sicht der Gesamtwirtschaft. Das Papier zieht die Konsequenzen aus den seit 1958 bekannten Modigliani-Miller-Theoremen, wonach die Finanzierungskosten nur unter bestimmten Voraussetzungen von der Leverage abhängen. Die Autoren prüfen diese Voraussetzungen und verwerfen die Gründe, die zugunsten einer hohen Leverage der Banken sprechen könnten.</p>
<p>Weshalb sich die Banken in den 65 Jahren seit der Formulierung der Modigliani-Miller-Theoremen nie ernsthaft mit diesen auseinandergesetzt haben und warum auch die Wissenschaft viel zu wenig unternahm, um den Mythos der teuren Eigenmittel zu hinterfragen, bleibt ein Geheimnis der Geistesgeschichte. Doch lieber spät als nie. Wenigstens kamen Admati, DeMarzo, Hellwig und Pfleiderer gerade noch rechtzeitig, bevor die Arbeitsgruppe des Bundes zur faktischen Staatsgarantie ihre Empfehlungen abliefern muss.</p>
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		<title>Zitat des Tages I</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Aug 2010 08:47:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LukasS</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentliche Finanzen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Lukas Schwank
“Morally, we are all communists; practically, we are capitalists.”
“You have to try everything when you are desparate.” (für Wissenschaftler)
Frei nach Iván Werning (am Doktorandenkurs in Gerzensee). Die Zeitschrift „Economist“ zählt Werning zu den acht jungen aufstrebenden Ökonomen (neben „Clarks Medal“-Gewinnerin Esther Duflo, Jesse Shapiro, Roland Fryer, Amy Finkelstein, Raj Chetty, Xavier Gabaix, Marc Melitz). [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-medium wp-image-1454 alignright" title="8 random walks" src="http://www.batz.ch/wp-content/uploads/Random_Walk_example2-300x210.png" alt="" width="300" height="210" /><em></em></p>
<p><em>Lukas Schwank</em></p>
<p><strong>“Morally, we are all communists; practically, we are capitalists.”</strong></p>
<p><strong>“You have to try everything when you are desparate.” </strong>(für Wissenschaftler)<strong></strong></p>
<p><a href="http://www.batz.ch/wp-content/uploads/Random_Walk_example.png"></a><a href="http://www.batz.ch/wp-content/uploads/Random_Walk_example1.png"></a>Frei nach Iván Werning (am Doktorandenkurs in Gerzensee). <a href="http://www.economist.com/node/12851150" target="_blank">Die Zeitschrift „Economist“ zählt Werning zu den acht jungen aufstrebenden Ökonomen</a> (neben „Clarks Medal“-Gewinnerin <a title="TED-Talk Duflo" href="http://www.ted.com/talks/esther_duflo_social_experiments_to_fight_poverty.html" target="_blank">Esther Duflo</a>, Jesse Shapiro, Roland Fryer, Amy Finkelstein, Raj Chetty, Xavier Gabaix, Marc Melitz). Der MIT-Professor ist ein Makro-Theoretiker und beschäftigt sich mit der optimalen Ausgestaltung von Steuersystemen (in dynamischen Modellen: <a href="http://www.nber.org/reporter/2010number1/golosov.html" target="_blank">„New Dynamic Public Finance“</a>).</p>
<p>In seinem neusten <a title="Insurance and Taxation over the Life Cycle" href="http://www.economics.harvard.edu/faculty/farhi/files/insurance_taxation.pdf" target="_blank">Artikel</a> schlägt der Argentinier Werning <strong>altersabhängige Einkommenssteuern</strong> vor (Steuer nimmt mit dem Alter zu). Umverteilung über Steuern ist eine Art Versicherung &#8211; hinter einem „Schleier des Nichtwissens“ oder bei Unsicherheit über die Zukunft. Junge Erwerbstätige wissen nicht &#8211; oder nur mit grosser Unsicherheit -, wie hoch ihr Lebenseinkommen sein wird. Entscheidungen zu Beginn des Erwerbslebens haben weitreichende Folgen für das zukünftige Wohlergehen (wo und wieviel arbeite ich? Wie begabt bin ich? Wie schnell werde ich befördert? Wie viel verdiene ich?). Mit steigendem Alter nimmt die Bedeutung von Ereignissen am Arbeitsplatz ab und das Lebenseinkommen kann präziser geschätzt werden (Unsicherheit über die Zukunft nimmt ab). Entscheidend für Werning’s Resultat ist, dass das Einkommen ein &#8220;random walk&#8221; ist (siehe Grafik): Persistente Produktivitätsschocks (z.B. Beförderung aufgrund guter Leistungen) zu Beginn des Erwerbslebens haben einen viel grösseren Einfluss auf die Höhe des Lebenseinkommens als spätere. Die Steuer ist eine &#8220;Versicherung&#8221; in dem Sinne, dass sie den Effekt solcher Schocks auf die Nettoeinkommen verringert. Die Steuer nimmt mit dem Alter zu und der Steueranstieg ist proportional zur Kovarianz zwischen dem Konsumwachstum und der Produktivität (positiv aufgrund von Arbeitsanreizen). Für altersabhängige Steuern spricht auch die Tatsache, dass die Streuung der Einkommensverteilung mit dem Alter zunimmt.</p>
<p>Werning ist bekannt für kontraintuitive Resultate. In <a title="Liquidity and Insurance" href="http://pubs.aeaweb.org/doi/pdfplus/10.1257/aer.98.5.1922" target="_blank">„Liquidity and Insurance for the Unemployed”</a> schlussfolgert der Sohn eines Mathematikers (zusammen mit Robert Shimer), dass die <strong>Arbeitslosenunterstützung nicht nach einer gewissen Zeit enden sollte</strong>.</p>
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		<title>Eine Steuer auf Ausbildung</title>
		<link>http://www.batz.ch/2010/08/eine-steuer-auf-ausbildung/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 16:30:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LukasS</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Lukas Schwank
Eine Universitätsausbildung ist teuer und die Finanzierung umstritten. Grossbritannien’s liberaldemokratischer Wirtschaftsminister Vince Cable schlägt eine Akademikersteuer anstelle von Studiengebühren vor. Diese Steuer würde von Universitätsabgängern ab ihrem Eintritt ins Erwerbsleben bezahlt. Spontan fällt mir da nur ein, dass es eine solche eigentlich schon gibt – die normale Einkommenssteuer. Eine Akademikersteuer verringert den Anreiz zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Lukas Schwank</em></p>
<p>Eine Universitätsausbildung ist teuer und die Finanzierung umstritten. Grossbritannien’s liberaldemokratischer Wirtschaftsminister <a title="Graduate tax proposal" href="http://www.bbc.co.uk/news/education-10643198" target="_blank">Vince Cable schlägt eine Akademikersteuer anstelle von Studiengebühren vor</a>. Diese Steuer würde von Universitätsabgängern ab ihrem Eintritt ins Erwerbsleben bezahlt. Spontan fällt mir da nur ein, dass es eine solche eigentlich schon gibt – die normale Einkommenssteuer. Eine Akademikersteuer verringert den Anreiz zu einer Hochschulbildung. Um die Steuer zu umgehen, könnten Absolventen auswandern („brain drain“). Das nationale Bildungsniveau wäre tiefer. Was halten Sie davon?</p>
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		<title>Zum Stand der ökonomischen Forschung und Lehre</title>
		<link>http://www.batz.ch/2010/08/zum-stand-der-okonomischen-forschung-und-lehre/</link>
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		<pubDate>Sat, 07 Aug 2010 01:52:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>LukasS</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Lukas Schwank
Die Finanzkrise hat die Defizite der heutigen Forschung in Volkswirtschaftslehre und „Finance“ offengelegt. Nur wenige Ökonomen haben vor dem jetzt eingetretenen Szenario gewarnt (z.B. Raghuram Rajan oder der umstrittene Nouriel Roubini; aber auch andere unbekanntere wie Harry Makropolos, welcher im Jahr 2005 (!) der amerikanischen Aufsichtsbehörde SEC geschrieben hat, dass Madoff ein Ponzi-Schema aufbaut). [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Lukas Schwank</em></p>
<p>Die Finanzkrise hat die Defizite der heutigen Forschung in Volkswirtschaftslehre und „Finance“ offengelegt. Nur wenige Ökonomen haben vor dem jetzt eingetretenen Szenario gewarnt (z.B. Raghuram Rajan oder der umstrittene Nouriel Roubini; aber auch andere unbekanntere wie Harry Makropolos, welcher im Jahr 2005 (!) der amerikanischen Aufsichtsbehörde SEC geschrieben hat, dass Madoff ein Ponzi-Schema aufbaut). Dieses „Unwissen“ widerspiegelt sich im ökonomischen Curriculum, wie es an den meisten Universitäten gelehrt wird. Ein Student, der z.B. Gregory Mankiw’s Bestseller-Lehrbuch liest, versteht die Mechanismen der jetzigen Situation nicht. Natürlich braucht es Zeit,  bis neuere Forschung geschrieben ist und sich in der Lehre wiederfindet, aber doch illustriert es, dass mehrere <a title="Fault Lines" href="http://www.amazon.com/Fault-Lines-Fractures-Threaten-Economy/dp/0691146837/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1281144244&amp;sr=8-1" target="_blank">„Fault Lines“</a> (neues Buch von Rajan über die Finanzkrise) in der heutigen ökonomischen Forschung und Lehre existieren.</p>
<p> Standardisierung der ökonomischen Lehre (und Forschung?) ist ein erstes (kleineres) Problemfeld. Es wäre interessant, zu wissen, wie hoch der Marktanteil von Mankiw’s Buch ist (sehr hoch). Die meisten Programme sind heute austauschbar geworden. Ob ich z.B. in Lausanne oder in Boston studiere, es werden die gleichen Textbücher und Curricula verwendet. Das Internet fördert dies zusätzlich mittels „Plagiarismus“ – ein Dozent nimmt z.B. Übungen von einem anderen Kurs. In Bezug auf das Lernen von „technischen“ Fähigkeiten ist das eine positive Entwicklung (race-to-the-top – es werden dafür die besten Textbücher und Übungen verwendet)  und auch aus Sicht von positiven Skaleneffekten erwünscht (das Rad muss nicht immer wieder neu erfunden werden – allgemein akzeptierte Theorie muss nicht neu geschrieben werden). Ich würde auch nie soweit gehen und behaupten, dass damit ein „homo oeconomicus“ gezüchtet wird, aber die Gefahr besteht, dass Originalität und die innovative Schaffenskraft darunter leidet.<span id="more-1226"></span></p>
<p>Aktuelle wirtschaftliche Ereignisse widerspiegeln sich selten im Unterricht. Beispiel: Im diesjährigen Doktoratsprogramm der Schweizerischen Nationalbank (<a title="Gerzensee-Programm" href="http://www.szgerzensee.ch/courses/doctoral/swiss-program/" target="_blank">Gerzensee</a>) war im Fach Makroökonomie Wirtschaftswachstum (!) und Life-Cycle-Optimierung das Hauptthema – kein einziges Wort zur Finanzkrise oder zur Staatsverschuldung. Das Instrument waren „Rational expectations“-Modelle (richtig, die Modelle, die von rationalen Agenten ausgehen!) und „Dynamic stochastic general equilibrium“-Modelle (DSGE). Letztere waren kürzlich Thema im Ausschuss für Forschung und Technologie des amerikanischen Repräsentantenhauses. Ziel war es, „to question the wisdom of relying for national economic policy on a single, specific model when alternatives are available”.  Natürlich sollten DSGE gelehrt werden – jede Zentralbank verwendet sie (ein Teil des Problems?) -, aber es sollte erwähnt werden, dass es z.B. „agent-based“-Modelle (ABM) gibt (dazu mehr <a title="Economist Economic Focus" href="http://www.economist.com/node/16636121?story_id=16636121" target="_blank">hier</a>). Randbemerkung: Gerzensee zeigt auch, dass das Kopieren von amerikanischen Doktoratsprogrammen nicht funktioniert (in Gerzensee unterrichten nur amerikanische Professoren). US-Studenten beginnen meistens nach einem Bachelor-Studium mit dem Doktorat, Europäer absolvieren zuerst ein Master-Programm. Damit ist der in Gerzensee gelehrte Stoff oft Repetition (da er auf das erste Jahr des amerikanischen Doktorats zugeschnitten ist, welcher hier bereits durch den Master abgedeckt wird). Es wäre generell zu überlegen, die einjährige obligatorische Kursphase der Doktoratsprogramme zu streichen (oder für freiwillig zu erklären). Das würde die Attraktivität eines Doktorats erhöhen. Die Regelzeit eines volkswirtschaftlichen Doktorats dauert mit vier Jahren zu lange – und die Kursphase hilft meist wenig bei der eigentlichen Dissertation.</p>
<p>Es kommt auch selten vor, dass wirtschaftliche Neuigkeiten im Unterricht diskutiert werden. Ökonomiestudenten wurden sicherlich mehrmals von ihren Kollegen gefragt: „ Erkläre uns die Finanzkrise! Sollen die Staatsausgaben zurückgefahren werden oder führt das zu einer Rezession? Vielen fällt die Antwort schwer (was sie real natürlich auch ist). In der akademischen Welt besteht kein Anreiz, sich mit aktuellen Ereignissen auseinanderzusetzen. Generalisten gibt es an wirtschaftlichen Fakultäten immer weniger. Wirtschaftspolitik ist ein Nischenfach (und Wirtschaftsgeschichte komplett vom Radar verschwunden).</p>
<p>Für eine akademische Karriere zählt allein die Forschung (gemessen an Publikationen in Journals), die Lehre und breites Allgemeinwissen steht da oft im Weg. Zwar gibt es mittlerweile an manchen Universitäten „Teaching Awards“, aber das reicht nicht (siehe <a title="Neue Zürcher Zeitung" href="http://www.batz.ch/wp-content/uploads/Teaching-Award.pdf" target="_blank">hier</a> zur Problematik von Dozentenpreisen). Darunter leiden die Studierenden – und damit die Zukunft. Fortgeschrittene Makroökonomie z.B. wird immer noch so unterrichtet als gäbe es keine Mathematik-Software, d.h. endlose Algebra und wenig Intuition und Diskussion, was die hergeleiteten Formeln bedeuten. Teilweise werden auch dieselben Modell zuerst auf Grundstufe, dann Bachelor- und später auf Masterstufe wiederholt (z.B. das Solow-Modell). Beliebt ist auch die „Kochfernsehen-Methode“ (Sergio Rebelo): Die einfachen Dinge extensiv erklären und die schwierigen überspringen – am Ende kann es niemand „nachkochen“.</p>
<p>Die Volkswirtschaftslehre ist „englisch“, viele Master-Programme (in den Niederlanden sogar Bachelor-Studiengänge) werden nur noch auf Englisch unterrichtet und alle Top-Journals erscheinen in der Sprache der Angelsachsen. Der Fokus ist Amerika, obwohl sich das in den letzten Jahren geändert hat. Europäische Universitäten können immer mehr Top-Professoren anziehen – seit der Finanzkrise hat sich das aufgrund der teilweisen prekären Finanzsituation mancher US-Universitäten sogar noch verstärkt (junge Akademiker auf dem „job market“ sind wahrlich nicht zu beneiden). Ich verurteile die sprachliche Dominanz gar nicht – es ist eine normale Entwicklung und fördert den akademischen Austausch -, unproblematisch ist es aber nicht. Der (ökonomische) Wortschatz in der Muttersprache geht verloren (hören Sie mal zu, wenn zwei Ökonomie-Studentinnen zusammen lernen – es ist „denglish“).  Für politische Einflussnahme im Heimatland ist die Sprachfertigkeit sehr wichtig.</p>
<p>Die Bologna-Reform hat die Anzahl der Prüfungen massiv erhöht. Ökonomische Theorie und Empirie veranschaulicht, dass nicht immer auf Geld für Belohnung oder Bestrafung gesetzt werden sollte (das ist eine der Lehren aus der Finanzkrise). Bezahlung dafür, dass Kinder den Abwasch machen, ist kontraproduktiv. Eine Kinder-Eltern-Beziehung lässt sich nicht durch den Marktmechanismus regeln. <a title="Freakonomics" href="http://www.amazon.com/Freakonomics-Economist-Explores-Hidden-Everything/dp/0060731338/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1281174588&amp;sr=8-1" target="_blank">Freakonomics</a> zitiert eine<a title="A fine is a price" href="http://www.journals.uchicago.edu/doi/abs/10.1086/468061" target="_blank"> Studie</a>, in der Eltern eine Busse bezahlen mussten, wenn sie ihre Kinder am Abend zu spät von der Kinderkrippe abholten. Was passierte nach Einführung der Busse? Der Prozentsatz der Eltern, die zu spät kamen, ist…gestiegen. Vorher war eine Verspätung unsozial, jetzt wird die Kinderkrippe ja dafür „entschädigt“. Analog verhält sich die Situationen mit Prüfungen: Exzessive Prüferei als Anreiz zum Lernen unterdrückt die intrinsische Motivation der Studenten. Sie ist auch eine Verschwendung von Ressourcen: a) es kostet sehr viel Geld (allein die Korrektur der Mathematikprüfung des zweiten Semesters an der HSG z.B. nimmt offiziell 240 Stunden in Anspruch – dafür bräuchte 1 Person 6 Monate); b) der Grenznutzen des Prüfungslernens (und auch von Prüfungen) ist oft gering (um eine gute Note zu erhalten, braucht es oft unnötiges Repetieren und strategisches Lernen – ja, ich weiss: „repetitio<strong> </strong>est mater studiorum“).  Ein zusätzliches Problem ist die Vergleichbarkeit von Prüfungsnoten: Noten werden oft relativ zu Klassenkameraden gemacht. Jemand mit einer schlechten Note in einem ausgezeichneten Jahrgang kann besser sein als ein anderer mit einer guten in einem schlechten. Und Notenvergleiche zwischen Universitäten sind fast unmöglich. Noten sind damit ein schlechtes Signal für die wirklichen Fähigkeiten. Bis zum Jahr 2007 verbot die Harvard Business School die Offenlegung der Noten seiner Absolventen aus genau diesem Grund. Die Begründung für die Aufhebung des Verbots: „We want to be sure we provide positive incentives for students in a way that helps them to make the most of their time at HBS.” Dieser Satz spräche eher für eine Fortführung des Verbots. Der Geschäftsmann und Bergsteiger Yvon Chouinard hat einmal gesagt: „Living an examined life sucks“ (ja!). Universitäten leben heute mehr von der Devise „an unexamined life is not worth living“ (Sokrates – aber: lieber eine lehrreiche Fragestunde mit ihm über mein Leben als eine langweilige Prüfung).</p>
<p>Um in der Schweiz in ein Doktoratsprogramm aufgenommen zu werden, muss ein<a title="GRE" href="http://www.ets.org/gre" target="_blank"> GRE </a>(graduate records examination) absolviert werden (unabhängig vom Notenschnitt). In der Theorie ist es ein Intelligenztest (die geprüfte Mathematik ist auf Progymnasium-Niveau – d.h. nicht das der Test einfach ist!), aber natürlich ist er zum grossen Teil lernbar (das kostet aber  Zeit). Der GRE wir von einer privaten Firma angeboten und kostet ca. 300 Franken (dazu kommen Fahrtkosten, da der Prüfungsort einzig Genf ist). Bei amerikanischen Universitäten mit vielen internationalen Bewerbern kann das noch nachvollzogen werden, in der Schweiz bewerben sich aber vor allem Schweizer und Europäer, deren Master-Programme bekannt sind (und damit auch das Niveau einer zukünftigen Doktorandin). Ein GRE als zusätzliche Hürde ist unnötig.</p>
<p>Es ist eine spannende Zeit, um Ökonomie zu studieren und zu forschen. Die grosse Depression der 1930er Jahre hat zur Keynesianischen Revolution (Geburt der modernen Makroökonomie) geführt. Die Ölkrise im Jahr 1973 und die darauffolgende Stagflation (gleichzeitig hohe Inflation und hohe Arbeitslosigkeit) hat die Mängel dieser Theorie aufgezeigt und u.a. zum Aufstieg des Monetarismus (Friedman) und der neuen klassischen Makroökonomie geführt. In den 1980er Jahren entwickelten Kydland und Prescott die Theorie realer Konjunkturzyklen. Im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts entstand die neue neoklassische Synthese (Kombination keynesianischer und klassischer Theorie). Wie wird sich die Volkswirtschaftslehre post Finanzkrise weiterentwickeln?</p>
<p>Die Diskussion ist eröffnet!</p>
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		<title>Ökonomie beginnt im Kopf</title>
		<link>http://www.batz.ch/2010/05/okonomie-beginnt-im-kopf/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 14:46:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Urs Birchler
Gier, Risikoscheu, Fairness &#8212; das sind keine geheimnisvollen Ecken des menschlichen Fühlens mehr. Die Neuroökonomie bringt endlich Licht in unsere Gehirnwindungen. Wer (wie ich) diese Forschungsrichtung bis jetzt verpasst hat, hat am kommenden Freitag, 4. Juni, Gelegenheit das Versäumte nachzuholen. Prof. Ernst Fehr und sein Team eröffnen ihr Laboratory for Social and Neural Systems [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Urs Birchler</em></p>
<p><a href="http://www.batz.ch/wp-content/uploads/Brain.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-914" title="Brain" src="http://www.batz.ch/wp-content/uploads/Brain.jpg" alt="" width="159" height="114" /></a>Gier, Risikoscheu, Fairness &#8212; das sind keine geheimnisvollen Ecken des menschlichen Fühlens mehr. Die Neuroökonomie bringt endlich Licht in unsere Gehirnwindungen. Wer (wie ich) diese Forschungsrichtung bis jetzt verpasst hat, hat am kommenden Freitag, 4. Juni, Gelegenheit das Versäumte nachzuholen. Prof. Ernst Fehr und sein Team eröffnen ihr <em>Laboratory for Social and Neural Systems Research</em> am Institut für empirische Wirtschaftsforschung in Zürich. Tag der offenen Tür im Gehirn &#8212; nicht verpassen. Prospekt und Anmeldung <a href='http://www.sns.uzh.ch/index/Invitation_SNS_Lab_Symposium.pdf' >hier.</a></p>
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		<title>Soziologie qua Schachtelsatz</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Mar 2010 07:18:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Marius Brülhart
Voller guten Willens zur wissenschaftlichen Horizonterweiterung habe ich heute in einem soziologischen Werk über Ökonomie geblättert. Darin
„…wird die These vertreten, dass die Entwicklungsdynamik der modernen Ökonomie – und dies schliesst die […] evolutionären Prozesse auf den heutigen internationalen Finanzmärkten ein – sich weder durch einen Bezug auf Handlungsrationalität noch auf dem Wege einer allgemeinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Marius Brülhart</em></p>
<p>Voller guten Willens zur wissenschaftlichen Horizonterweiterung habe ich heute in einem soziologischen Werk über Ökonomie geblättert. Darin</p>
<p>„…wird die These vertreten, dass die Entwicklungsdynamik der modernen Ökonomie – und dies schliesst die […] evolutionären Prozesse auf den heutigen internationalen Finanzmärkten ein – sich weder durch einen Bezug auf Handlungsrationalität noch auf dem Wege einer allgemeinen Theorie materieller Reproduktion entschlüsseln lässt, sondern nur qua Analyse des Zusammenhangs ihrer rekursiv aufeinander verweisenden monetären Formen (etwa Preis, Geldfunktionen, Kapital, Profit, Zins etc.). Denn es sind diese Formen – so die zweifellos auf den ersten Blick befremdlich anmutende Überlegung –, die in der Sphäre des Ökonomischen Subjekt und Objekt vermitteln und beide Pole – das rational handelnde Individuum und die Wirtschaft als opakes Ding-an-sich – erst wechselseitig konstituieren, bzw. einer systemtheoretischen Lesart nach, die von Luhmann abstrakt konzipierte Konditionierung der Systemelemente – also Handlungen bzw. Kommunikationen – durch das System konkret bestimmen.“</p>
<p>So so.</p>
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		<title>Biologie und Banking</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 16:01:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Banken]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Urs Birchler
Wie bildet sich bei der Maus eine Hand? Solche Fragen untersucht Prof. Dagmar Iber von der ETHZ, auf dem Bild mit ihren “cobis” (computational biologists) im Rahmen ihrer Forschung zu Quantitative Predictive Models of Biological Signaling Networks. Zuvor handelte Prof. Iber — mit Doktoraten in Mathematik und in Biochemie — erfolgreich Erdölderivate für eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Urs Birchler</em></p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-84" title="cobi" src="http://www.batz.ch/wp-content/uploads/cobi-300x217.jpg" alt="" width="300" height="217" />Wie bildet sich bei der Maus eine Hand? Solche Fragen untersucht Prof. Dagmar Iber von der ETHZ, auf dem Bild mit ihren “cobis” (computational biologists) im Rahmen ihrer Forschung zu <a target="_blank" href="http://www.bsse.ethz.ch/cobi/research/index">Quantitative Predictive Models of Biological Signaling Networks</a>. Zuvor handelte Prof. Iber — mit Doktoraten in Mathematik und in Biochemie — erfolgreich Erdölderivate für eine internationale Bank. In ihrer Einführungsvorlesung vom 8. Dez. 2009 wies sie auf interessante Parallelen zwischen Modellen der Biologie und Modellen zur Bewertung von Finanzinstrumenten hin. Müssen sich Banken also mit Biologie befassen, damit ihr Risikomanagement Hand und Fuss bekommt? Oder gibt es zwischen Mäusen und Geld lediglich eine <a href="http://books.google.ch/books?id=W1nHLO0bNxsC&amp;pg=PA207&amp;lpg=PA207&amp;dq=m%C3%A4use+geld+jiddisch&amp;source=bl&amp;ots=bJOaFJ_Z-X&amp;sig=QuvhlallibR1iXpkP3LMoKqStqc&amp;hl=de&amp;ei=jclVS_i4IsvH_gbT592dCg&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=3&amp;ved=0CA4Q6AEwAg#v=onepage&amp;q=m%C3%A4use%20geld%20jiddisch&amp;f=false" target="_blank">umgangssprachliche Verbindung</a>?</p>
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		<title>Wo die milden Kerle wohnen</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 15:30:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Personen]]></category>

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		<description><![CDATA[Urs Birchler
Der Urvater der Volkswirtschaftslehre, Adam Smith (1723-1790), baute seine Gesellschaftsphilosophie (Theory of Moral Sentiments, 1759) noch auf das Grundgefühl der zwischenmenschlichen Sympathie. Später kamen dem homo oeconomicus die weicheren Züge abhanden. Zurück blieb eine oft fast mechanistisch (miss-)verstandenen Rationalität. Moderne Forscher wie Prof Ernst Fehr zeigten im Labor, wie wichtig Empathie, Vertrauen und Fairness bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.batz.ch/wp-content/uploads/Gehirn-Homer1.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-252" title="Gehirn-Homer" src="http://www.batz.ch/wp-content/uploads/Gehirn-Homer1-249x300.jpg" alt="" width="75" height="90" /></a><em>Urs Birchler</em></p>
<p>Der Urvater der Volkswirtschaftslehre, Adam Smith (1723-1790), baute seine Gesellschaftsphilosophie (<em>Theory of Moral Sentiments</em>, 1759) noch auf das Grundgefühl der zwischenmenschlichen Sympathie. Später kamen dem <em>homo oeconomicus</em> die weicheren Züge abhanden. Zurück blieb eine oft fast mechanistisch (miss-)verstandenen Rationalität. Moderne Forscher wie Prof Ernst Fehr zeigten im Labor, wie wichtig Empathie, Vertrauen und Fairness bei wirtschaftlichen Entscheidungen sind. Die gleichzeitige spektakuläre Entwicklung der Neurowissenschaften erlaubt ein vertieftes Studium dieser Faktoren durch interdisziplinären Schulterschluss verschiedener Disziplinen.</p>
<p>Die Universität Zürich hat heute die Gründung eines <a href="http://www.sns.uzh.ch/index.html">Laboratory for Social and Neural Systems Research (SNS Lab)</a> bekanntgegeben. Das Eröffnungssymposium wird am 4. Juni 2010 stattfinden. Wir werden die Aktivitäten des SNS Lab mit Sympathie verfolgen.</p>
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		<title>Ist Glück lernbar?</title>
		<link>http://www.batz.ch/2010/01/ist-gluck-lernbar/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 10:39:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Personen]]></category>

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		<description><![CDATA[Urs Birchler
Aargauer Politiker fordern laut Bericht des Tages-Anzeiger ein Wahlfach &#8220;Glück&#8221; an Berufs- und Oberschulen. In diesem Fach soll die &#8220;Freude am Leben&#8221; vermittelt werden.
Bei solchen Vorschlägen suche ich stets den Rat des Experten. &#8220;Glück ist doch kein Fach, sondern ein Thema&#8221;, sagt unser Peter (8, 2. Klasse). Thema heisst in seiner Schule: Die Ägypter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Urs Birchler</em></p>
<p><a href="http://www.batz.ch/wp-content/uploads/Happyness1.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-205" title="Happyness" src="http://www.batz.ch/wp-content/uploads/Happyness1.jpg" alt="" width="150" height="225" /></a>Aargauer Politiker fordern laut <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Jugendliche-sollen-im-Fach-Glueck-unterrichtet-werden/story/24663225" target="_blank">Bericht</a> des <em>Tages-Anzeiger</em> ein Wahlfach &#8220;Glück&#8221; an Berufs- und Oberschulen. In diesem Fach soll die &#8220;Freude am Leben&#8221; vermittelt werden.</p>
<p>Bei solchen Vorschlägen suche ich stets den Rat des Experten. &#8220;Glück ist doch kein Fach, sondern ein Thema&#8221;, sagt unser Peter (8, 2. Klasse). Thema heisst in seiner Schule: Die Ägypter oder Dinosaurier, also etwas das einmalig angeboten wird (und Spass macht). Das trifft den Punkt. Als Dauerfach möchte er Glück nicht lernen.</p>
<p>Schade. Zwar wäre es leicht paradox, den Schulabschluss mit einer 3.0 in Glück zu vermasseln. Aber mindestens die Pisa-Testresultate in Glück hätten wir schon sehen wollen. Glückliche Lehrer als Nebeneffekt wären ebenfalls willkommen.</p>
<p>Als Ökonom sehe ich den Vorschlag aus dem Aargau als Glücksfall. &#8220;Glück&#8221; ist nämlich das Trojanische Pferd, in dessen Bauch eine Sturmtruppe ökonomischer Gedanken und Konzepte nur darauf warten, auch die Berufs- und Oberschulen zu erobern. Und das Lehrbuch für den Glückskurs liegt bereits vor. Nein, ich meine nicht <em>Anleitung zum Unglücklichsein</em> von Paul Watzlawick, sondern <a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&amp;tid=11502" target="_blank"><em>Happiness, A Revolution in Economics</em></a> von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bruno_Frey">Bruno S. Frey</a>, glücklich emeritierter Professor der Universität Zürich, und dessen früheres Buch <a href="http://press.princeton.edu/titles/7222.html#TOC"><em>Happiness and Economics: How the Economy and Institutions Affect Human Well-Being</em></a> mit <a href="http://wwz.unibas.ch/personen/profil/profil/person/stutzer/abteilung/wifor/" target="_blank">Alois Stutzer</a>. Auf dieser Grundlage wäre das Glück ein gutes Thema; im Gegensatz zu alten Ägyptern und Dinosauriern scheinen glückliche Menschen noch nicht ganz ausgestorben.</p>
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